Fachkräftemangel

Die Babyboomer reißen große Lücken

20. Januar 2015

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat berechnet, wie viele ältere Beschäftigte aus einzelnen Engpassberufen in den nächsten 15 Jahren in Rente gehen. Der Fachkräftemangel ist bei Gesundheitsberufen schon heute zu spüren.

Engpassberufe schwer zu besetzen

Der IW-Studie zufolge arbeiten rund sieben von 24 Millionen Fachkräften in Deutschland in sogenannten Engpassberufen. Das sind Berufe, bei denen bundesweit mehr offene Stellen als Arbeitslose existieren. Im September 2014 gab es nach Angaben der IW-Forscher in 139 von 615 analysierten Berufen solche Engpässe. Besonders betroffen sind Bereiche wie Gesundheit, Soziales und Bildung sowie Bau- und Gebäudetechnik.

Fachkräftemangel verschlimmert sich

Durch den absehbaren Renteneintritt der Babyboomer-Generation der 50er- und 60er-Jahre wird sich die Situation nach Einschätzung der IW-Wissenschaftler mittelfristig verschärfen, wenn der Nachwuchs ausbleibt: Von den 6,7 Millionen Fachkräften in Engpassberufen werden 2,1 Millionen innerhalb der nächsten 15 Jahre in den Ruhestand wechseln.

Bedarf an jüngeren Fachkräften für Pflegeberufe steigt

Besonders stark betroffen ist der Beruf des Kraftfahrers: Rund 43 Prozent der insgesamt 529.000 Berufskraftfahrer sind mindestens 50 Jahre alt. Im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege sind 30 Prozent der 568.000 Fachkräfte 50 Jahre und älter – eigentlich ein durchschnittlicher Anteil an Älteren. Doch für dieses Berufsfeld kommt erschwerend hinzu, dass der Bedarf an Fachkräften weiter steigt, weil die Bevölkerung insgesamt altert. "Die Nachwuchsförderung hat hier einen besonders hohen Stellenwert", erläutert der IW-Berufsforscher Sebastian Bußmann.

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