Die Wahl eines Ausbildungsplatzes

Programme zur Ausbildungsförderung sollen den Fokus auf die berufliche Ausbildung rücken

19. Juni 2017

Unternehmen bedauern, dass bei Schulabgängern die Wahl eines Ausbildungsplatzes zunehmend unbeliebter wird. Viele Betriebe finden keine Azubis. Förderprogramme sollen dem so ansteigenden Fachkräftemangel entgegenwirken.

Kleinere Unternehmen brauchen besondere Unterstützung

Besonders kleine und Kleinstbetriebe spüren den Wettbewerb um die sinkende Zahl der Schulabgänger. Das Projekt "Jobstarter" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Rekrutierung und Ausbildung ihres Nachwuchses. Die Betriebe können auf kostenfreie organisatorische Dienstleistungen zugreifen, um sich an der dualen Ausbildung zu beteiligen und geeignete Bewerber zu finden. Das Projekt weist ebenso auf die Möglichkeit einer Verbundausbildung hin. Mehrere Unternehmen schließen sich dann zusammen und bilden gemeinsam ihre Fachkräfte aus.

Integration von Studienabbrechern

Das BMBF-Programm "Jobstarter plus" fördert die Integration von Studienabbrechern in die berufliche Bildung. Der Wechsel von hochschulischer zu beruflicher Bildung soll durchlässiger werden und Studienabbrechern neue Chancen bieten. Unternehmen können hier beraten und dafür sensibilisiert werden, dass Studienabbrecher häufig wichtige Qualifikationen und persönliche Reife mitbringen. Ausbildungsbetriebe erhalten Informationen darüber, ob im Studium erbrachte Leistungen berücksichtigt werden und sich so die Ausbildungszeit verkürzen lässt. Wenn Studienabbrecher unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden, bringt das auch Vorteile für den ausbildenden Betrieb, der den Azubi früher übernehmen kann.

Berufsabitur soll beruflicher Bildung höheren Stellenwert verschaffen

Ein Studium gilt immer noch als Königsweg der beruflichen Qualifikation. Diese hohe gesellschaftliche Wertschätzung behindert aber besonders im Handwerk eine ausreichende Fachkräfteausbildung. Deswegen sollen junge Leute verstärkt das Abitur gemeinsam mit dem Gesellenbrief bekommen. Mit dem sogenannten Berufsabitur sollen leistungsstarke Jugendliche für eine Ausbildung gewonnen werden. Um ihnen Karrieremöglichkeiten im Handwerk aufzuzeigen, plant die Bundesregierung, die Berufsorientierung stärker an Gymnasien zu verankern. Auch eine dem Studierenden-BAföG gleichwertige Aufstiegsfortbildungsförderung für Meister ist in der Diskussion, um jungen Fachkräften eine höhere berufliche Ausbildung zu ermöglichen und den Weg in die Selbstständigkeit zu ebnen.

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