Namensänderung nach der Hochzeit

Woran Sie nach Ihrer Heirat denken sollten

9. Mai 2019

Auch nach der Hochzeit stehen für Paare einige Formalitäten an. So ist es beispielsweise sinnvoll, sich bereits frühzeitig über die verschiedenen Möglichkeiten einer Namensänderung zu informieren.

Welche Möglichkeiten Sie bei einem Namenswechsel haben

Wollen Sie nach der Eheschließung den Familiennamen Ihres Partners als Ehenamen annehmen? Dann haben Sie auch die Möglichkeit, einen Doppelnamen zu wählen. Zu welchem Zeitpunkt Sie Ihren Namen ändern, entscheiden Sie laut Gesetz selbst. So können Sie Ihren Ehenamen direkt bei der Trauung auf dem Standesamt annehmen oder auch später eine entsprechende Erklärung abgeben. Eine Frist müssen Sie dabei nicht einhalten. Wenn Sie sich für eine Namensänderung entscheiden, können Ihnen allerdings Kosten entstehen. Wie hoch diese ausfallen, hängt von dem für Sie zuständigen Standesamt ab. Für einen Namenswechsel beim Standesamt benötigen Sie in der Regel:

  • Ihren Personalausweis oder Reisepass
  • Eine aktuelle beglaubigte Abschrift des Geburten- bzw. Eheregisters
  • Eine Meldebescheinigung mit Angabe Ihres Wohnsitzes

     

Checkliste für Ihre Namensänderung

Ein Namenswechsel nach der Eheschließung macht einige Behördengänge notwendig. Wenn Sie eine Änderung Ihres Nachnamens veranlasst haben, sollten Sie als erstes einen neuen Personalausweis und einen neuen Reisepass beantragen. Dafür ist das Einwohnermeldeamt zuständig. Auf dem Führerschein müssen Sie die Namensänderung zwar nicht vermerken lassen. Bei der Zulassungsbescheinigung Teil I (früher: Fahrzeugschein) und der Zulassungsbescheinigung Teil II (früher: Fahrzeugbrief) ist dies jedoch Pflicht. Um die entsprechenden Anträge kümmert sich die Kfz-Zulassungsstelle. Unsere Checkliste zeigt Ihnen, wen Sie unter anderem über den Namenswechsel informieren sollten:

  • Strom-, Gas- und Telefonanbieter
  • Banken
  • Krankenkassen
  • Bausparkassen
  • Gebühreneinzugszentrale
  • Arbeitgeber
  • Vermieter
  • Vereine
  • Unternehmen, bei denen Abonnements bestehen

     

Namensänderung und Ummeldung der Kinder

Sind Sie bereits Eltern, kann sich Ihr Namenswechsel auch auf den Nachnamen Ihrer gemeinsamen Kinder auswirken. Das Gesetz sieht hier klare Regeln vor: Haben Ihre Kinder noch nicht das fünfte Lebensjahr erreicht, erhalten sie automatisch den neuen Nachnamen. Ab einem Alter von fünf Jahren können Kinder den neuen Namen nur erhalten, indem die Eltern als gesetzliche Vertreter ihrer Kinder die Namensänderung mit einer Anschlusserklärung beim Standesamt beantragen. Mit Vollendung des 14. Lebensjahres müssen Kinder die Erklärung selbst abgeben, wenn sie eine Änderung ihres Nachnamens wünschen. Hierbei bedarf es allerdings der Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters. Denken Sie bei einer Namensänderung an die Ummeldung gemeinsamer Kinder bei Ihrer Kindergeldstelle. Ansprechpartner für das Thema Kindergeld ist die Familienkasse der Agentur für Arbeit.

Weitere Formalitäten nach der Hochzeit

Zu den weiteren Formalitäten nach der Hochzeit gehören das Prüfen und Ändern von bestehenden Versicherungsverträgen. Führen Sie Versicherungen wie Ihre Hausrat- oder private Haftpflichtversicherung künftig gemeinsam. Nach der Eheschließung können Sie den Partner sowie die gemeinsamen Kinder in der Regel beitragsfrei mitversichern. Hier führen Sie im Idealfall den älteren Vertrag weiter und heben den jüngeren auf. Denn häufig sind die Konditionen beim älteren Vertrag günstiger.

Änderung der Steuerklassen

Als Ehepaar können Sie von steuerlichen Vorteilen profitieren. Ändern Sie zu diesem Zweck nach der Heirat Ihre bisherigen Steuerklassen in IV/IV, III/V oder IV/IV mit Faktor. Die Kombination IV/IV ist für Paare mit etwa gleich hohem Einkommen ideal. Die Alternative III/V bietet sich an, wenn Sie oder Ihr Ehepartner etwa 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens erzielen. Bei der Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wird das Ehegattensplitting bereits während des Jahres berücksichtigt. Durch das Faktorverfahren können Sie höhere Steuernachzahlungen vermeiden. Detaillierte Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem Finanzamt.

Gemeinsames Konto

Bei den Finanzen stehen ebenfalls einige Veränderungen an. So müssen Sie bei einem Namenswechsel neue Bank- und Kreditkarten beantragen. Zudem besteht die Möglichkeit, ein gemeinsames Konto zu eröffnen. Dabei können die Ehepartner jeweils ihr eigenes Girokonto behalten und zusätzlich ein drittes einrichten, um darüber die bestehenden Daueraufträge für Miete oder Versicherungen laufen zu lassen.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihren Steuerberater, Lohnsteuer-Hilfeverein, Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank oder durch die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.

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