Hinzuverdienst bei Rente

Hinzuverdienstgrenzen bei Altersrente

27. Juni 2017

Ab dem 1. Juli 2017 wird der Hinzuverdienst bei Rente flexibler. Mit der sogenannten Flexirente werden die Hinzuverdienstgrenzen künftig erhöht. Einige wichtige Vorgaben müssen weiterhin beachtet werden, um die Rentenansprüche nicht zu gefährden.

Regelaltersgrenze und Hinzuverdienst

Gesetzlich Rentenversicherte, die eine bestimmte Altersgrenze erreicht haben, erhalten die Regelaltersrente. Für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1947 geboren wurden, gilt eine Regelaltersgrenze von 65 Jahren. Für alle, die zwischen 1947 und 1964 geboren wurden, steigt diese Grenze nach und nach auf 67 Jahre. Rentner, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, können ohne Rentenkürzung unbegrenzt zu ihrer Rente hinzuverdienen. Sie sind auch nicht dazu verpflichtet, die Nebentätigkeit bei ihrem Rentenversicherungsträger anzumelden. Wichtig dabei ist jedoch: Wer monatlich über 450 Euro brutto hinzuverdient, ist sozialversicherungspflichtig und muss somit auf seinen Verdienst Steuern zahlen.

Geburtsjahr Anhebung um ... Monate

auf das Alter

Jahr - Monat

1947 1 65 - 1
1948
2 65 - 2
1949 3 65 - 3
1950 4 65 - 4
1951 5 65 - 5
1952 6 65 - 6
1953 7 65 - 7
1954 8 65 - 8
1955 9 65 - 9
1956 10 65 - 10
1957 11 65 - 11
1958 12 66 - 0
1959 14 66 - 2
1960 16 66 - 4
1961 18 66 - 6
1962 20 66 - 8
1963 22 66 - 10
ab 1964 24 67 - 0

Die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze (Quelle: Deutsche Rentenversicherung)

Vorgezogene Altersrente und Flexirente

Unter bestimmten Voraussetzungen – zum Beispiel bei einem langjährigen Versicherungsverhältnis oder Berufsunfähigkeit – können Versicherte eine vorgezogene Altersvollrente erhalten. Bisher war diese Rentenart an die Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro brutto pro Monat gebunden. Die Überschreitung dieser Grenze hatte die Kürzung auf die nächstniedrige Stufe – die sogenannte Zwei-Drittel-, Ein-Halb- oder Ein-Drittel-Teilrente – zur Folge. Ab dem 1. Juli 2017 können Rentner mit der Flexirente 6.300 Euro brutto im Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Jeder darüber hinausgehende Verdienst wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Somit entfällt zukünftig die monatliche Grenze von 450 Euro.

Erwerbsminderungsrente und Witwenrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, hat Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente. Für diese gelten beim Hinzuverdienst die gleichen Regeln wie für die vorgezogene Altersrente. Wer jedoch zwischen drei und unter sechs Stunden am Tag arbeiten kann, hat nur Anspruch auf eine halbe Erwerbsminderungsrente. In diesem Fall gelten höhere Freibeträge. Diese werden individuell berechnet.

Wer eine Witwen- oder Witwerrente bezieht und eine Nebentätigkeit ausübt, sollte ebenfalls auf die Freibeträge achten. Der monatliche Freibetrag in den alten Bundesländern liegt aktuell bei 803,88 Euro netto, in den neuen Bundesländern bei 756,62 Euro netto. Verwitweten Rentnern mit höherem Hinzuverdienst werden 40 Prozent des überschrittenen Betrags von der Witwenrente abgezogen.

Was zählt zum Hinzuverdienst bei Rente?

Zum Hinzuverdienst bei Altersrente zählen das monatliche Bruttoarbeitsentgelt, Einkünfte aus Gewerbebetrieb, aus selbstständiger Arbeit oder aus Land- und Forstwirtschaft sowie Einkommen wie das Vorruhestandsgeld oder Abgeordnetenbezüge. Die Hinzuverdienstgrenzen sollten immer individuell beim Rentenversicherungsträger berechnet und angepasst werden. Dieser kann Ihnen auch sagen, ob der Hinzuverdienst die Grenzen einhält oder überschreitet und welche Einkommensart als Hinzuverdienst berücksichtigt wird.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihren Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank, die für diese Themen zuständigen Ämter, einen Steuerberater oder Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht) nicht ersetzen.

Besuchen Sie Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort und lassen Sie sich zum Thema Altersvorsorge beraten.

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