Nebenkostenabrechnung

Prüfen Sie Ihre Nebenkostenabrechnung

13. März 2017

Die jährliche Nebenkostenabrechnung sorgt manchmal für Aufregung, denn nicht immer stimmt sie zu 100 Prozent. Ob die Kosten gestiegen sind oder der Vermieter überhöhte Forderungen stellt, können Sie jedoch prüfen. Mieter haben das Recht auf Einsicht in die entsprechenden Belege.

Abrechnungszeitraum und Umlageschlüssel

Sie sollten Ihre jährliche Nebenkostenabrechnung immer gründlich prüfen. Nur so können Sie mögliche unberechtigte oder überhöhte Forderungen des Vermieters entdecken. Eine Nebenkostenabrechnung, die falsch oder fehlerhaft ist, müssen Sie nicht akzeptieren. Sie haben das Recht, bei Ihrem Vermieter Einsicht in die Originalunterlagen zu verlangen. Im ersten Schritt sollten Sie prüfen, ob die Nebenkostenabrechnung den richtigen Zeitraum abdeckt. Sie darf in der Regel maximal zwölf Monate umfassen. Wenn der Mieter zum Beispiel erst Mitte des Jahres eingezogen ist, kann die Abrechnung auch für einen kürzeren Zeitraum ausgestellt werden. Achten Sie auch darauf, welcher Umlageschlüssel in Ihrem Mietvertrag angegeben ist. Dieser stellt eine gleichmäßige und gerechte Nebenkostenverteilung auf die einzelnen Mieter sicher. Dabei kann die Verteilung nach Wohnfläche, Wohneinheit, Personenzahl oder Verbrauch umgelegt werden.

Betriebs- und sonstige Kosten

Achten Sie genau darauf, welche Kosten in der Abrechnung aufgelistet sind. Welche Nebenkosten Sie als Mieter zahlen müssen, steht im Mietvertrag. Ist dort festgehalten, dass der Mieter die Betriebskosten zahlt, sind das alle umlagefähigen Nebenkosten. In der Regel gehören dazu

•    Kaltwasser, Abwasser und Heizung,
•    Straßenreinigung, Grundsteuer und Müllabfuhr,
•    Hausreinigung und Gartenpflege,
•    Fahrstuhl und Beleuchtung (zum Beispiel für das Treppenhaus),
•    Sach- und Haftpflichtversicherungen,
•    Hauswart,
•    Gemeinschaftsantenne oder Gemeinschaftswaschküchen.

Wenn im Mietvertrag nur einzelne Posten wie Hausmeisterkosten oder Müllabfuhr aufgelistet sind, dann trägt der Mieter auch nur diese Kosten. Sollten im Vertrag keine Betriebskosten aufgeführt sein, muss der Mieter nur für die Heiz- und Warmwasserkosten aufkommen. Weitere Aufwendungen sind in diesem Fall durch die Kaltmiete abgegolten. Sind im Vertrag zusätzliche "sonstige Kosten" angegeben, können Sie dem widersprechen. Als Mieter haben Sie ein Anrecht darauf zu wissen, welche Kosten sich dahinter verbergen. Nicht abrechenbare Nebenkosten sind zum Beispiel Aufwendungen für die Hausverwaltung, die Führung des Mieterkontos oder den Rechtsschutz sowie Reparatur- und Instandhaltungskosten.

Diese Frist muss der Vermieter einhalten

Spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums muss der Vermieter dem Mieter die Nebenkostenabrechnung vorlegen. Forderungen, die der Mieter nach dieser Frist erhält, müssen nicht gezahlt werden, denn der Vermieter verliert durch diese Verspätung den Anspruch auf eventuelle Nachzahlungen. Hat der Vermieter die verspätete Abrechnung nicht selbst zu verschulden, stellt dies eine Ausnahme dar – hier muss der Vermieter jedoch Beweise vorlegen. Sollte die verspätet abgelieferte Nebenkostenabrechnung eine Geldrückzahlung an den Mieter beinhalten, hat dieser jedoch auch nach den besagten zwölf Monaten weiterhin Anspruch auf die Rückzahlung.

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