Riester: Zulagen rückwirkend sichern

Bis Ende Dezember 2018 haben Sie noch Zeit

14. November 2018

Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann jährlich von staatlichen Förderungen profitieren. Haben Sie vergessen, diese zu beantragen? Dann können Sie sich die Zulagen rückwirkend sichern. Wie das geht und warum Sie bei veränderten Lebensumständen Ihren Vertrag anpassen sollten, lesen Sie hier.

Wie lange kann ich mir die Zulagen rückwirkend sichern?

Mit einem Riester-Vertrag können Sie unterschiedliche Vergünstigungen wie hohe staatliche Zulagen oder Steuerersparnisse in Anspruch nehmen. Allerdings erhalten Sie die Riester-Zulagen nicht automatisch, sondern nur, wenn Sie einen entsprechenden Antrag stellen. Doch keine Sorge: Dies ist für zwei Jahre rückwirkend möglich. Somit können Sie bis zum 31. Dezember 2018 die Zulagenanträge für die Jahre 2016 und 2017 stellen.

Der Zulagenantrag

Den Zulagenantrag erhalten Sie bei Ihrem Versicherer. Dieser leitet ihn an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) weiter. Nach Prüfung und Bearbeitung werden Ihnen die Zulagen dann gutgeschrieben. Damit Sie den Antrag nicht jedes Jahr erneut stellen müssen, empfiehlt sich ein Dauerzulagenantrag. Mit diesem erteilen Sie Ihrem Versicherer die Vollmacht, die jährlichen staatlichen Zulagen für Sie zu beantragen.

Wichtig: bei privaten Veränderungen Riester-Vertrag anpassen

Informieren Sie bei Veränderungen Ihrer Lebensumstände wie beispielsweise Familienzuwachs oder einer Erhöhung Ihres Bruttoeinkommens unbedingt Ihren Versicherer. Denn die Höhe des Eigenbeitrags hängt vom Einkommen ab. Verändert sich dieses, wird die Sparrate im Folgejahr entsprechend angepasst. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass Sie stets die vollen staatlichen Zulagen erhalten. Sollten Sie dem Versicherer falsche Angaben gemeldet haben, müssen Sie mit Rückforderungen rechnen.

Vier Prozent Mindesteinzahlung für volle Zulagen

Um die vollen Riester-Zulagen zu erhalten, müssen Sie mindestens vier Prozent Ihres sozialversicherungspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens – maximal 2.100 Euro, abzüglich der jeweiligen Riester-Zulagen – einzahlen. Andernfalls kommt es zur Kürzung der Zulagen. Deshalb zahlt die ZfA diese erst aus, nachdem sie Ihre Beiträge geprüft hat. Sollten Sie bis zum 31. Dezember 2018 einen Riester-Vertrag abschließen und die Beiträge für das laufende Jahr komplett nachzahlen, haben Sie rückwirkend das Recht auf staatliche Zulagen.

Riester-Rente und Steuervorteile

Mit der Riester-Rente können Sparer in der Regel auch von Steuervergünstigungen profitieren: Über die Einkommenssteuerklärung erhalten Sie Teile des geleisteten Jahresbeitrags zurück. Ob sich diese Option nutzen lässt, hängt allerdings vom Einkommen und von der Höhe der jährlichen Einzahlungen ab. So können Sie Zulagen und Riester-Beiträge bis zu einer Höhe von 2.100 Euro jährlich als Sonderausgaben beim Finanzamt absetzen. Bedenken Sie dabei: Sie erhalten lediglich den Anteil Ihrer Steuererstattung, der nach Abzug aller Zulagen übrigbleibt. Grund dafür ist, dass Sie nicht beide Förderwege gleichzeitig nutzen dürfen. Wenn die Steuererstattung höher ist als die Zulage, erhalten Sie nur erstere. Sollte sie jedoch geringer sein, bekommen Sie die Zulage.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihren Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank, Ihrem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht) oder durch die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.

Lassen Sie sich bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank zum Thema Altersvorsorge beraten.

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