Weihnachtsgeld: Wer hat Anspruch?

Sonderzahlung in Anspruch nehmen und clever investieren

4. November 2020

Viele Arbeitgeber zahlen ihren Mitarbeitern Weihnachtsgeld. Das zusätzliche Geld zum Jahresende fließt häufig in Weihnachtsgeschenke. Wer Anspruch auf Weihnachtsgeld hat und die Sonderzahlung nicht sofort ausgibt, sondern sinnvoll anlegt, hat auch später etwas davon.

Anspruch auf Weihnachtsgeld

Ein Anspruch auf die Sonderzahlung kann sich zum Beispiel aus einer Betriebsvereinbarung oder Ihrem Arbeitsvertrag ergeben, wenn er dort ausdrücklich geregelt ist. Wenn Ihre Kollegen Weihnachtsgeld erhalten, kann Ihnen unter den Voraussetzungen des arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes ebenfalls ein Anspruch zustehen. Durch eine sachliche Begründung – wie etwa die längere Betriebszugehörigkeit Ihrer Kollegen – kann Ihr Arbeitgeber die unterschiedliche Behandlung jedoch grundsätzlich rechtfertigen.

Freiwilligkeitsvorbehalt

Zahlt Ihr Arbeitgeber Ihnen drei Jahre in Folge Weihnachtsgeld, obwohl er vertraglich nicht dazu verpflichtet ist, kann ein Anspruch aus betrieblicher Übung – also aus der wiederholten Auszahlung des Weihnachtsgeldes – entstehen. Die Gratifikation kann der Arbeitgeber verweigern, wenn bei den Auszahlungen oder im Arbeitsvertrag jeweils ein Freiwilligkeitsvorbehalt schriftlich festgehalten wurde. Mit dem Freiwilligkeitsvorbehalt erklärt ein Arbeitgeber, dass die Sonderzahlung einmalig erfolgt und in Zukunft daraus kein Anspruch ableitbar ist.

Weihnachtsgeld als Altersvorsorge

Die Weihnachtsgratifikation können Arbeitnehmer clever in die Altersvorsorge investieren. Bei einer Entgeltumwandlung zahlt der Arbeitnehmer Teile seines Bruttogehalts in eine Betriebsrente ein. Dies kann monatlich oder – wie beim Weihnachtsgeld – auch einmalig geschehen. Der Arbeitnehmer zahlt dann auch weniger Steuern, denn das Weihnachtsgeld wird bei der normalen Auszahlung zum Bruttolohn gerechnet und erhöht damit den Steuersatz. Da die Entgeltumwandlung vor dem Steuerabzug erfolgt, bleibt dieser Effekt aus. Um diese günstige Regelung in Anspruch nehmen zu können, sollten Sie Ihren Arbeitgeber frühzeitig ansprechen.

Anlagemöglichkeiten für das Weihnachtsgeld

Wer das Weihnachtsgeld auf seinem Girokonto liegen lässt oder einfach ausgibt, versäumt die Chance, sein Vermögen weiter aufzubauen. Denn es bieten sich zahlreiche Anlagemöglichkeiten für Ihre Jahressonderzahlung an. Was am besten zu Ihnen passt, hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Ihrer Risikobereitschaft ab. Für eine längerfristige Anlage empfehlen sich zum Beispiel Wertpapiere wie Aktien oder Fonds. Hier besteht durch mögliche Kursschwankungen ein gewisses Risiko, aber auch die Chance auf eine höhere Rendite. ETFs eignen sich ebenfalls als Geldanlage. Sie bieten den Vorteil, dass das Risiko über mehrere Wertpapiere verstreut wird.

Können Arbeitgeber das Weihnachtsgeld zurückfordern?

Die Auszahlung des Weihnachtsgeldes unterliegt oftmals bestimmten Bedingungen. Darunter fällt zum Beispiel die Regelung, dass für eine Auszahlung Ihr Arbeitsverhältnis bis zu einem vereinbarten Stichtag bestehen bleiben muss und Sie davor keine Kündigung ausgesprochen haben dürfen. Wenn Sie die Sonderzahlung bereits erhalten, Ihr Arbeitsverhältnis jedoch vor dem Stichtag beendet haben, kann Ihr Arbeitgeber unter Umständen das Weihnachtsgeld zurückfordern. Ihr Anspruch bleibt bestehen, wenn es sich bei dem Weihnachtsgeld um eine Honorierung Ihrer bisherigen Betriebstreue handelt. Sollte Ihr Arbeitgeber dafür einen Stichtag festlegen, durch den Sie zum Verbleib im Arbeitsverhältnis bis weit ins Folgejahr gezwungen sind, ist er in der Regel unwirksam.

Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort berät Sie zu den verschiedenen Anlagemöglichkeiten.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerbevollmächtigten, einen Steuerberater, einen Fachanwalt, Ihren Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank oder die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.