Zinswende - das müssen Sie beachten

Die Europäische Zentralbank reagiert auf die Inflation

18.11.2022

Anfang Juni 2022 hat die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt, ihre Anleihekäufe zu beenden und damit die Zinswende eingeleitet. Was das für Sparer und Bauherren bedeutet, erfahren Sie hier.

Was hat die EZB beschlossen?

Die EZB hat zum 1. Juli ihre Netto-Anleihekäufe von Staatsanleihen und Wertpapieren beendet. Nachdem die EZB mit der Anhebung um 0,5 Prozentpunkte im Juli die Leitzinsen erstmals seit elf Jahren erhöht hatte, folgte am 8. September eine weitere Erhöhung um 75 Basispunkte, also 0,75 Prozentpunkte. Zuletzt wurde am 27. Oktober bekannt gegeben, dass zum 2. November eine weitere Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte vorgenommen wurde. Aktuell liegt der EZB-Leitzins also bei 2 Prozent. Mit diesem Schritt folgt die EZB der Politik der amerikanischen Notenbank Fed.

Zudem haben die Währungshüter die Einführung eines neuen Krisenprogramms beschlossen, mit dem die EZB hochverschuldeten Staaten wie Italien bei Turbulenzen am Anleihenmarkt beispringen kann. Ziel dabei ist es, dass die neue Geldpolitik gleichmäßig im Euroraum wirkt.

Welche Auswirkung hat die Entscheidung auf Sparer?

Für Sparer ist die Leitzinserhöhung eine gute Nachricht. Denn es ist davon auszugehen, dass Negativzinsen bald wieder der Vergangenheit angehören werden. Neben Renditen für Staatsanleihen werden auch die Sparzinsen bald wieder steigen. Sparer können sich also darauf freuen, wieder Zinsen auf Ihr Erspartes zu erhalten, das auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten liegt. Bei einem Guthaben von 50.000 Euro würde eine Erhöhung des Zinses auf ein Prozent Zinseinahmen von 500 Euro bedeuten. Da diese Zinsen allerdings die aktuell hohe Inflationsrate nicht ausgleichen, empfiehlt es sich eventuell, auf ein breit gestreutes Aktienportfolio auszuweichen.

Welche Auswirkung hat die Entscheidung auf Kreditnehmer?

Wer sich hingegen um einen Kredit - beispielsweise für eine Immobilienfinanzierung - bemüht, für den wird das Geld leihen deutlich teurer. Im vergangenen halben Jahr waren die Bauzinsen bereits von einem Prozent auf drei Prozent für einen regulären Baukredit geklettert. Unternehmen, die auf Kredite angewiesen sind, sehen ebenfalls einer herausfordernden Lage entgegen. Für sie könnte es schwieriger werden, an frisches Geld zu kommen.

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