Zollfreigrenzen für Reisende

Darauf sollten Sie achten

28. Juni 2018

Nicht jedes Urlaubs-Souvenir lässt sich bedenkenlos nach Deutschland mitnehmen. Manche Mitbringsel unterliegen Einfuhrverboten oder Genehmigungspflichten. Vor Antritt der Reise ist es deshalb wichtig, Regelungen und Zollfreigrenzen zu kennen.

Reisen innerhalb der EU

Das Reisen innerhalb der Europäischen Union ist in der Regel recht unkompliziert. Denn dank des europäischen Freizügigkeitsgesetzes können EU-Bürger sich uneingeschränkt bewegen. Dabei dürfen sie auch Waren und Souvenirs aus EU-Ländern im Regelfall abgabenfrei nach Deutschland einführen. Das gilt jedoch nur, wenn die Mitbringsel für den persönlichen Bedarf bestimmt sind. Für Genussmittel wie Zigaretten oder alkoholische Getränke gibt es definierte Richtmengen. Einige Waren unterliegen zudem Verboten beziehungsweise Genehmigungs- oder Meldepflichten. Dies gilt unter anderem für Arznei- und Betäubungsmittel, Feuerwerkskörper, Kulturgüter, Waffen und Munition sowie jugendgefährdende Medien. Auch Geldmittel mit einem Gesamtwert ab 10.000 Euro sind anzeigepflichtig. Dazu zählen Banknoten und Münzen, Sparbriefe und -bücher, Aktien, elektronisches Geld sowie Edelmetalle und -steine.

Einreise in Nicht-EU-Staaten

Für die Einreise in Nicht-EU-Länder gelten ähnliche Verbote, Melde- und Genehmigungspflichten wie innerhalb der EU. So müssen Sie beispielsweise Geldmittel über 10.000 Euro bei der Einreise in die USA dort beim Zoll schriftlich anmelden. Außerdem kommen für die Nicht-EU-Länder zusätzliche Einschränkungen hinzu. Diese gelten zum Beispiel bei geschützten Tier- und Pflanzenarten oder Rohdiamanten. Informieren Sie sich vor dem Urlaub ausführlich über die spezifischen Einschränkungen, damit Sie nicht unwissend verbotene Waren einführen.

Einreise nach Deutschland

Bei der Rückreise aus Nicht-EU-Ländern müssen Sie die Zollfreigrenzen für die Einfuhr von Waren nach Deutschland beachten. Mitbringsel dürfen bestimmte Mengen- und Wertgrenzen nicht überschreiten. Für Souvenirs und andere Waren gelten folgende Wertgrenzen:

  • Bei Auto- oder Bahnreisen ist das Mitführen von Waren im Wert von insgesamt maximal 300 Euro erlaubt.
  • Bei Flug- oder Seereisen darf der Warenwert nicht mehr als 430 Euro betragen.
  • Reisende unter 15 Jahren können Souvenirs im Wert von insgesamt 175 Euro zollfrei einführen.


Tipp: Wenn Sie hochpreisige Gegenstände wie Digitalkameras oder Sportgeräte von zu Hause mit auf die Reise nehmen, ist es ratsam, auch die entsprechenden Kaufbelege mit sich zu führen. So verhindern Sie, dass Sie die Ware bei der Rückkehr nach Deutschland verzollen müssen.

Für Tabakwaren, Alkohol, Arzneimittel und Kraftstoffe gelten folgende Grenzwerte:

  • Reisende mit einem Alter von mindestens 17 Jahren dürfen 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak nach Deutschland einführen.
  • Reisende, die mindestens 17 Jahre alt sind, dürfen einen Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Volumenprozent und vier Liter nicht-schäumende Weine sowie 16 Liter Bier einführen. Statt des einen Liters mit über 22 Volumenprozent ist es auch möglich, zwei Liter mit einem Alkoholgehalt von unter 22 Volumenprozent über die Grenze mitzubringen.
  • Arzneimittel dürfen Reisende nur in einer Menge einführen, die dem persönlichen Bedarf entspricht.
  • Für jedes Motorfahrzeug dürfen neben dem Kraftstoff im Haupttank zusätzlich bis zu 10 Liter zollfrei eingeführt werden.

 

Sonderregelungen innerhalb der EU

Einige Regionen innerhalb der EU sind nicht Teil des EU-Zollgebiets, auch wenn Sie zum Staatsgebiet eines EU-Lands gehören. Dazu zählen zum Beispiel die Färöer-Inseln, Grönland oder französische Süd- und Antarktisgebiete. Bei der Einreise nach Deutschland gelten dann die gleichen Bestimmungen wie für die Rückkehr aus einem Nicht-EU-Staat. Einen weiteren Sonderfall bilden Regionen, die zwar zum Zollgebiet der EU gehören, nicht aber zum Steuergebiet für Verbraucher- und Mehrwertsteuern. Dies gilt zum Beispiel für die britischen Kanalinseln, die Kanarischen Inseln oder den Berg Athos in Griechenland. Auch hier gelten die gleichen Zollbestimmungen wie bei der Einreise aus einem Nicht-EU-Staat.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Detaillierte Zollbestimmungen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums der Finanzen.

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